Teilprojekte

Verschiedene, Innovative und regelmäßige Lehr- und Lernformate machen Sie fit für Ihre spätere Tätigkeit als Allgemeinärztin/Allgemeinarzt.

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Tagesaktuelle Fallbesprechungen

Die Möglichkeit, tagesaktuell Patientenfälle aus der jeweiligen Praxis vorzustellen und im Team mit Ärzten in Weiterbildung, erfahrenen Fachärzten und qualifizierten Mitarbeiterinnen aus den jeweiligen Praxen zu besprechen, erweitert den Behandlungsrahmen der jeweiligen Einzelpraxis außerordentlich. Dieses Vorgehen ist im Rahmen der „Chef- und Oberarztvisite“ im stationären Bereich Routine. Im ambulanten Bereich findet dies nur im Ausnahmefall vereinzelt statt. In der Regel werden Patienten mit unklaren Symptomen in den fachärztlichen Bereich überwiesen (lange Wartezeiten) oder stationär eingewiesen. Durch die kontinuierliche Implementierung der gemeinsamen aktuellen Fallbesprechung kann der Rat von versierten Kollegen für den einzelnen Patienten im Projekt eingeholt werden.
Die Ärzte in den jeweiligen Einzelpraxen analysieren den jeweiligen Patientenfall mit allen Ärzte im Projekt. Der Lernerfolg für den einzelnen Arzt in Projekt steigert sich dadurch.
 
Mehrmals wöchentlich (Di, Mi, Do) werden mittags und abends geschlossene Online-Video-Konferenzen eingerichtet. Diese stehen allen Ärzten in Weiterbildung sowie den Weiterbildern im Projekt offen. Ein erfahrener Projektarzt leitet die Fallbesprechung. Die Zuteilung erfolgt im Rotationsprinzip, so dass möglichst umfänglich das Herangehen an komplizierte Erkrankungen oder Krankheitsverläufe geübt und erlebt werden kann. Bei Bedarf wird eine qualifizierte Fachkraft zur Besprechung hinzugezogen.

Gute Gründe für die Teilnahme an den Fallbesprechungen

  • Kollegiale Supervision
  • Fachkundige und konstruktive Diskussionen
  • Win-Win für Berufserfahrene und Einsteiger
  • Online-Format: leite Zugänglichkeit
  • Stärkung des Teamgedankens: Problemlösung gemeinsam in der Gruppe
  • qualitativ hochwertiger Austausch auf Boden der evidenzbasierten Medizin
  • breit gefächerter Erfahrungsschatz unterschiedlichen Dienstalters
  • Reflexion des eigenen Wissensstandes und Handelns
  • Motivation durch gegenseitigen Ansporn
  • praxisnahe Auseinandersetzung mit Krankheitsbildern, zugehörigen Standards und Leitlinien
  • vertrauensvolles Umfeld, offene Fehlerkultur und wertschätzender Austausch
  • Sicherstellung einer hohen Behandlungsqualität durch praxisnahe Themen und Beleuchtung neuer Blickwinkel
  • Diskussion auch kniffliger Fälle in der Gruppe
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Qualifizierter Umgang mit Symptomen und Krankheiten im generationenübergrei-fenden Team

Gerade im Niedrigprävalenzbereich der hausärztlichen Versorgung wird der Hausarzt vor allem mit Symptomen konfrontiert, seltener mit eindeutig zu klassifizierenden Krankheiten. Hier die abwendbar gefährlichen Verläufe zu erkennen und der weiteren Versorgung zuzuführen, ist eine enorme Herausforderung. Die gemeinsame Erörterung des Vorgehens bei oft uncharakteristischen Symptomen und die weitere Führung des Patienten wird an der Universität nicht gelehrt. Ärzte in Weiterbildung brauchen hier die Expertise erfahrener, langjährig tätiger Kollegen und damit die Gelegenheit, im Umgang mit der „Unschärfe“ nicht nur aktuelles Fachwissen, sondern auch die Erfahrung älterer Kollegen zur optimalen Versorgung ihrer Patienten mit einfließen zu lassen. Junge Ärzte aus der Klinik neigen dazu, bei eigener Unsicherheit deutlich mehr klinische Diagnostik und Fachkonsile einzusetzen, um die eigene Unsicherheit im Umgang mit den uncharakteristischen Symptomen zu reduzieren. Dieses Vorgehen kennen sie in der Regel aus dem klinischen Bereich. Durch die Einbindung der Erfahrung der älteren Kollegen besonders in diesem Bereich ist zu erwarten, dass die Behandlung auch ökonomisiert werden kann.
 
Einmal wöchentlich (Montqg mittags) wird eine moderierte Online-Video-Konferenz eingerichtet. Alle am Projekt beteiligten Ärzte beteiligen sich an der Konferenz. Themen werden im Konsensusverfahren aus den 300 häufigsten Beratungsanlässen in der Hausarztpraxis ausgewählt. Die Veranstaltung wird als Fortbildungsveranstaltung bei der Landesärztekammer angemeldet. Die Diskussion erfolgt unter der Moderation eines erfahrenen Arztes. Handlungsgrundlage ist das strukturierte Vorgehen in der Allgemeinmedizin (Allgemeinmedizin und Praxis, Mader+Weißgerber, Springer Verlag). Ein Arzt in Weiterbildung erstellt ein Skript, das im Anschluss auf der Projekthomepage veröffentlicht wird.

Gute Gründe für die Teilnahme an den Themenbepsrechungen

  • niederschwellige Vermittlung neuer Inhalte und Herangehensweisen auch an uncharakteristische Probleme
  • direkte Konfrontation unterschiedlicher Themengebiete
  • Kurze und knappe Aufbereitung der Inhalte
  • Wiederholung und Verfestigung von Diagnosen durch systematische Erarbeitung eines bestimmten Symptoms/Syndroms/Krankheitsbildes
  • Konstruktive Diskussion in erfahrener Runde
  • Strukturierte Vorgehensweisen als Vorbild zur Arbeitsweise im Praxisalltag
  • Aktive Mitwirkung an der Weiterbildung der Studierenden
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Journal Club: Sicherstellung der Patientenbehandlung auf aktuellstem fachlichen Niveau

Sechstausend neue Fachpublikationen zu medizinischen Themen erscheinen täglich. Das Gebiet der Allgemeinmedizin mit über 79.000 verschiedenen Kodierungsmöglichkeiten von Diagnosen (ICD-10) hat hier in der Patientenversorgung den fachlich umfangreichsten Anteil. Hier tagesaktuell auf dem neuesten Stand zu sein und zu bleiben, ist für den einzelnen Arzt nahezu unmöglich. Fortbildungen finden oft in weiter entfernten Zentren statt. Abhilfe schafft eine Symbiose aus Qualitätszirkel und klinischem Journal Club ebenso wie gezielte virtuelle Fortbildungen. Dieser macht die Implementierung aktuellen Fachwissens in die tägliche Praxisarbeit möglich. Der sogenannten „Journal Club – ganz praktisch“ wurde von uns entwickelt und evaluiert. Er hat sich im kleinen Rahmen innerhalb unserer Praxis bestens bewährt. Im Projekt „Landarzt-Manufaktur“ soll dieses Format nun überregional implementiert werden. Hierfür müssen die entsprechenden Strukturen geschaffen, erprobt und evaluiert werden. Das Ziel ist, dass alle beteiligten Ärzte ihre Patienten trotz der Lage im strukturschwachen ländlichen Raum auf der Grundlage des aktuellsten Wissens versorgen können.
Das Konzept entspricht den im medizinischen Bereich für eine adäquate Versorgung notwendigen Wissensmanagement.
 
Die Ärzte in Weiterbildung sichten die aktuelle Literatur und stellen ausgewählten Studien in ein geschütztes Online-Dokument ein. Die beteiligten Ärzte in Weiterbildung diskutieren unter einer fachlichen Moderation online die eingestellten Studien über vier Wochen. Nach vier Wochen findet eine moderierte Online-Videokonferenz statt, in der die ausgewählten Themen intensiv besprochen werden. Ein gemeinsames Fazit wird gezogen. Eine Woche später stellen die Ärzte in Weiterbildung die Studien den beteiligten Projektärzten und möglichst weiteren erfahrenen Niedergelassenen vor. Sie diskutieren die praktische Relevanz der Studienergebnisse und deren Implementierungsmöglichkeiten in der Praxis. Ein gemeinsames Fazit wird gezogen und das Ergebnis auf der Projekthomepage veröffentlicht.

Gute Gründe für die Teilnahme am Journal Club

  • Einzigartiges Format in der Region
  • Verbundeffekte durch Vorstellung von Studien inkl. Vorstellung im Plenum
  • Kritische Bewertung neuer Studien
  • Präzise aufbereitete Inhalte sparen Zeit
  • Hoher Lerneffekt aufgrund Diversität der Teilnehmer: Studenten, ÄiW und Fachärzte
  • Beratung auf Augenhöhe unter Kollegen: konstruktive Diskussionen
  • Kombination aus Studenten, Ärzten in Weiterbildung und Fachärzten. Die konstruktive Diskussion zwischen jüngeren und älteren Kollegen führt zu einer hausarztzentrierten Lösung im Umgang mit den Studienergebnissen
  • Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls unter Einzelkämpfern einer Praxis
  • Pharmaunabhängige Runde in angenehmer und vertrauter Arbeitsatmosphäre
  • Gute Vorbereitung auf die anstehende Facharztprüfung
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Expertenrat online

Zu speziellen, praxis- und patientenversorgungsrelevanten Themen werden Experten aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, die vor allem Wissen im Bereich der Primärversorgung im ambulanten Bereich vorhalten.
Die Umsetzung im Rahmen von Online-Vorträgen bietet sich für die Projektteilnehmer geradezu an.
 
Jeden Monat werden Fortbildungen zu relevanten Themen der Patientenversorgung angeboten. Diese generieren sich aus den Themen des Journal-Clubs, die in die Praxis implementiert werden sollen. Zu diesen Fortbildungen werden alle Ärzte des Projektes eingeladen. Die Veranstaltungen finden als Online-Fortbildung über ein geschlossenes Video-Portal statt. Es ermöglicht allen Beteiligten, von zu Hause aus an der Fortbildung teilzunehmen.
Das dezentrale Angebot machte es durch seine Zeitplanung (90 min) und Wahrnehmbarkeit von zu Hause aus (Videokonferenz) möglich, dass auch in entfernter liegenden Bereiche Ärzte an der Fortbildung teilnehmen können. Die Vereinbarkeit von diesen Fortbildungen mit Familie/Partnerschaft und die Einbindung in eine optimale Work-Life-Balance machen dieses Format attraktiv.
Ein Vortragsskript wird von einem Teilnehmer erstellt und allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Gute Gründe für die Teilnahme an den Onlinevorträgen

  • Präzise aufbereitete Themen im Hausarztkontext
  • Inhalte am aktuellen Stand der Wissenschaft
  • Pharmafreie Fortbildung auf hohem Niveau macht unvoreingenommene Empfehlungen für den Patienten möglich
  • Erstklassige Referenten
  • Interaktives Format: ausdrückliche Möglichkeit der Fragenstellung
  • Leicht zugängliche, bequeme Online-Teilnahme ohne großen Zeitaufwand
  • Knüpfung von Kontakten, die zur Vermittlung der Patienten an Spezialisten dienen