Die Landarzt-Manufaktur
Ein Konzept der LandArztMacher und des Guad e.V. -Arztnetzes
Präambel
Die Struktur des Weiterbildungsverbundes (WBV) erscheint nur auf den ersten Blick komplex und die Anforderungen an Weiterbildende und ÄrztInnen in Weiterbildung (ÄiW) hoch. Die vorgestellte Struktur sichert für alle Beteiligten eine optimale Bündelung der individuellen Ressourcen und durch eine kluge Organisation einen großen Nutzen bei relativ geringem Aufwand für alle.
Der größte Arbeitsaufwand bei den Organisatoren des WBV liegt in einer guten Koordination und wird vom WBV übernommen.
Für Weiterbildende und ÄiW liegt die Herausforderung darin, verbindlich an den vorgestellten Formaten teilzunehmen und die Weiterbildung wertschätzend zu evaluieren. Wenn alle sich engagiert mit einem kleinen Beitrag einbringen, kann mit wenig Aufwand ein optimales Ergebnis für alle erzielt werden.
Weiterbildungsstellen und Weiterbildende:
Diese Stellen zeichnet aus, dass sie sich in besonders engagierter Weise für die Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin einsetzen. Sie erstellen generelle und individuelle Curricula, fördern die individuellen und allgemein angebotenen Weiterbildungsformate und leben einen intensiven Austausch mit den einzelnen ÄiW und im Weiterbildungsverbund (WBV).
- Klinische Weiterbildung in Innere, Chirurgie, Orthopädie, Psychosomatik und anderen Fachgebieten
- Medizinische Versorgungszentren mit allgemeinmedizinisch wichtigen Teilbereichen
- Allgemeinmedizinische Fachpraxen
- Alle Weiterbildungsstellen besitzen eine Weiterbildungsberechtigung für das Fach Allgemeinmedizin
Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung
Die ÄiW zeichnet ein hohes Maß an individuellem Interesse und Engagement an einer besonders qualifizierten Weiterbildung aus. Sie sind an einem intensiven Austausch mit ihrer Weiterbildungsstelle und dem WBV interessiert.
- Weiterzubildende aus der Region und darüber hinaus
- Hohes Interesse, sich individuell in die eigene Weiterbildung und in die strukturelle Weiterentwicklung des WBV einzubringen
- Bereitschaft, auch in verschiedenen Regionen des überregionalen WBV tätig werden zu können
Weiterbildungsverbund
Die Mitarbeitenden des WBV engagieren sich gleichermaßen für die ÄiW als auch für die Weiterbildenden. Sie sind zentrale Ansprechpartner, verantwortlich für die Organisation und stellen sicher, dass Qualitätskriterien eingehalten und weiterentwickelt werden.
- Wahrnehmen und adressieren der jeweiligen Bedürfnisse der Weiterbildenden und der ÄiW
- Kenntnis der besonderen Voraussetzungen und Anforderungen der jeweiligen Weiterbildungsstellen und der einzelnen ÄiW
- Bereitstellung von zwei MentorInnen (aus klinischem und ambulanten Bereich) pro ÄiW mit regelmäßigen Treffen pro Quartal
- Organisation der Online- und Präsenzformate im WBV und Kooperation mit überregionalen Angeboten wie SemiWAM und DEGAM-Kongress
- Koordination und Durchführung der individuellen Betreuung der ÄiW und Weiterbildenden
- Kommunikation und enge inhaltliche und strukturelle Kooperation mit KOSTA und KWAB
- Teilnahme des WBV an regelmäßigen Treffen der WBV in der BLÄK
- Koordination des WBV mit der regionalen Studierendenausbildung (LandArztMacher), Arztnetzen (GUAD e.V.) und Verbänden (BHÄV)
- Kontinuierliche und zeitnahe schriftliche Evaluation der Leistungen der jeweiligen Weiterbildungsstellen (ÄiW-Fragebogen online) alle 6 Monate. Auswertung der Evaluation durch die koordinierende Kraft und gemeinsame Besprechung mit Festlegung der möglichen Verbesserung oder Verstetigung der Weiterbildung. Veröffentlichung der Ergebnisse auf der WBV-Homepage (Transparenz)
- Quartalsweise kurzer Weiterbildungsbericht der ÄiW für die WBV-Homepage
- Angebot an klinische und ambulante Weiterbildende, an Train-the-Trainer Seminaren teilzunehmen (Ziel: mind. 50% der Weiterbildenden)
- Jährliche Online-Feedbackrunde mit allen Beteiligten zur Evaluation des WBV und möglichen Verbesserungen oder Verstetigungen (falls nicht im Rahmen der halbjährlichen Präsenz-Treffen geschehen)
- Alle drei Jahre Evaluation des WBV durch Externe (KWAB oder KASTA)
- Anbindung an interessierte Universitäten, die das Konzept des WBV unterstützen
Strukturelle Grundlagen
Damit die oben genannten Maßnahmen umgesetzt und die Ziele erreicht werden können, stellt der WBV eine praxisnahe und inhaltlich hochwertige Organisationsstruktur zur Verfügung.
- Verantwortliche koordinierende Kraft für die Koordination der Weiterbildenden und der ÄiW mit persönlichem Kontakt, Wissen über die persönlichen Wünsche, Voraussetzungen und Ziele. Diese hält, je nach Bedarf, einen engen Kontakt und kann durch die Kenntnis der Möglichkeiten im WBV die verschiedenen Beteiligten optimal beraten und zuordnen.
- Ein starres Curriculum wird nicht erstellt. Anstelle dessen erstellt der WBV für alle Beteiligten ein „living curriculum“, das den jeweiligen Anforderungen der Weiterbildenden und ÄiW entspricht. So kann optimal auf Veränderungen in den jeweiligen Bereichen reagiert werden. Die koordinierende Kraft kann durch ihre Kenntnis über die Akteure im WBV für alle Beteiligten eine möglichst perfekte Lösung anbieten.
- Ein für alle Beteiligte vorgeschriebenes, verbindliches Weiterbildungsformat stellt eine optimale Weiterbildung sicher. Die Teilnahme für ÄiW ist verpflichtend, für Weiterbildende ist sie optional. Diese Formate gelten als Arbeitszeit, die Teilnahme wird dokumentiert.
- Wöchentlich 30min Online-Fällevorstellung
- Monatlich 90min Online-Fortbildung
- Zweimonatiger Online-Journal-Club
- Patientenkonsultation unter Supervision ist von den Weiterbildenden zu ermöglichen und auf Wunsch der ÄiW zu ermöglichen. Es gelten die bekannten Feedback-Regeln
- Feedback zwischen ÄiW und Weiterbildenden sind verpflichtend durchzuführen und zu dokumentieren:
- Wöchentlich 5min gegenseitiges Feedback zwischen direkten Weiterbildenden und ÄiW nach festem Schema : Was war gut, was war zu verbessern, was soll ich in der kommenden Woche ändern.
- Monatlich 15min gegenseitiges Feedback zwischen direkten Weiterbildenden und ÄiW nach festem Schema: Was war gut, was war zu verbessern, was soll ich im kommenden Monat ändern.
- Quartalsweise 30min Weiterbildungsgespräch zwischen dem direkten Weiterbildenden, den formal Hauptverantwortlichen und den ÄiW. Es werden die Fortschritte im vergangenen Quartal und die Planung der weiteren Weiterbildungsabschnitte besprochen. Bedarfsweise kann die koordinierende Kraft des WBV mit einbezogen werden. Das Gespräch ist im Logbuch zu dokumentieren
- Die Weiterbildenden des WBV beteiligen sich an einer Signal- oder WhatsApp-Gruppe zum zeitnahen Austausch im Verbund
- Die Weiterbildenden des WBV nehmen einmal pro Monat verpflichtend an einer regelmäßig stattfindenden 15min Online-Besprechung mit den Koordinatoren des WBV teil
- Halbjährlich finden Treffen der ÄiW und Weiterbildenden in Präsenz statt. Die Treffen werden von den beteiligten Weiterbildenden im Wechsel ermöglicht. Fachliche Inhalte (gegenseitiges Lehren und Lernen) sowie die Evaluation der Tätigkeit des WBV
Organisatorische Grundlagen
Um eine optimale Weiterbildung für alle Beteiligten zu gewährleisten, werden folgende Punkte verpflichtend umgesetzt:
- Der WBV wird von einer Allgemeinärztin oder einem Allgemeinarzt koordiniert und repräsentiert.
- Das Führungsgremium des WBV besteht aus drei AllgemeinärztInnen und zwei KlinikerInnen. Die Treffen finden online quartalsweise statt. Die Bestellung des Führungsgremiums erfolgt alle drei Jahre auf einem Präsenztreffen zur Evaluation
- Die fachliche Grundlage des WBV ist das Kompetenzbasierte Curriculum Allgemeinmedizin (KCA) und für alle Beteiligten verpflichtend
- Das „living curriculum“ erfüllt die Anforderung des Rotationsplans. Die koordinierende Kraft stellt die individuell optimierte Rotation sicher
Weiterbildungskonzept erstellt von Dr. Wolfgang Blank, LandArztMacher und Guad e.V. Arztnetz